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Trekking ins Leere Viertel – Wüstenwandern im Oman

wuestenwandern-omanMüde kommt eine bunt zusammengewürfelte Truppe morgens um halb Vier am Flughafen von Salalah an. Hinter ihr liegt eine ca. 12-stündige Anreise und der deutsche Winter. Kälte werden wir die nächste Zeit nicht erleben, eher Sonne satt und wüstenmäßige Temperaturen.

Einen Tag zur Akklimatisation haben wir und nutzen ihn für ein Bad im Indischen Ozean, etwas Shopping und ein vorzügliches Abendessen in einem libanesischen Restaurant in Salalah.

Dann geht es los. Amur, unser Partner im Oman und seine zwei Mitarbeiter Ali und Ali fahren mit uns in die Wüste, in das Herz der Rub al Khali im Dreiländereck zwischen Oman, Saudi Arabien und dem Jemen. Kurz vor Erreichen des ersten Nachtlagers schmiert ein Toyota im weichen Sand ab, driftet in ein Sandloch und droht umzukippen.  Seine Schieflage ist beängstigend und ich denke, „dass war es für heute – werden wir wohl hier unser Camp aufschlagen müssen!“ Aber nichts da: Der jüngere Ali (wir nennen ihn Ali Wahibi, da er aus der Wahiba Wüste kommt) ist der absolute Chef im Sand. Er manövriert den Wagen in kurzer Zeit aus dem Loch und so kann es doch noch weiter gehen.

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Am nächsten Morgen startet dann das Trekking ins Leere Viertel. Wir werden 8 Tage lang pro Etappe ca. 20 Kilometer durch die Rub al Khali. Die größte Sandwüste unserer Erde, Wüstenwandern und die Begleitfahrzeuge unsere Wasservorräte, Proviant und Ausrüstung transportieren. Mit den Beduinen ist vereinbart, dass sie eine andere Strecke als wir fahren, so dass wir sie nur in den Camps sehen und tagsüber autark unterwegs sind.

Die erste Etappe ist zum Eingewöhnen, denn das gehen im Sand ist ja für die meisten der 11 Teilnehmer völlig neu. So ziehen wir nordwärts durchs Leere Viertel – das seinen Namen wirklich verdient, da hier durch mangelnde Wasserstellen kaum ein Bedu lebt. Am Nachmittag erreichen wir dann unser Camp und Amur erzählt, dass sie in der Nähe doch ein Beduinenzelt sahen, wo 5 Nomadenkinder im Alter von 7-13 Jahren ganz allein lebten. Ihre Eltern waren für eine Woche unterwegs und die Kids mussten derweil auf die Kamele aufpassen. Kann man sich bei uns gar nicht vorstellen – aber der Alltag der Beduinen ist halt anders als in der Zivilisation!

Unser diesmaliges Trekking ins Leere Viertel sollte ungewöhnlich werden. Entgegen der üblichen Tagestemperaturen von 25-28 Grad, hatten wir einige Tage locker über 30 Grad im Schatten – den es außer am Camp natürlich nicht gibt! Entsprechend anstrengend war das Wüstenwandern zwischen 12-15 Uhr, besonders, wenn mal kein Lüftchen wehte…

regenwolken-wuesteAm vierten Tag dann Bewölkung, die von Nordwesten her immer dichter und dunkler wird. Es fallen sogar einige Regentropfen aber für einen anständigen (kühlenden) Regenguss reicht es leider nicht!

Unsere Bedu hatten ein Händchen für besonders schöne Lagerplätze. Oft suchten sie ganz oben in einem Dünenfeld eine Stelle. „Hotel zur schönen Aussicht“ könnte man dazu sagen! Einziger Wermutstropfen ist dabei natürlich der letzte Anstieg mit müden Knochen zum Camp. Das wäre unten am Fuß der Düne sicher einfacher – aber eben auch nur halb so schön.

Die Stunden nach der Ankunft am Lager bis zum Abend hatte jede/r für sich. Zum Spazierengehen, Fotografieren oder einfach nur den Sonnenuntergang mit Panoramablick über die endlose Rub al Khali vom Dünengrat aus bestaunen. Und dann unser tägliches Highlight: Das Abendessen. Ich habe selten sooo viel frischen Salat in einer Wüste gegessen, wie hier! Einige Tage gab es Fleisch (Kamel) und ansonsten viel gut gewürztes Gemüse auf omanische Art. Unmengen haben wir alle verputzt, wir brauchten ja Energie für die nächste Etappe. Nach dem Essen dann Geschirr im Wüstensand „abwaschen“ (was erstaunlich einfach und gut funktioniert) und dann ums Lagerfeuer setzen, die Sterne über einem und dazu unzählige Gläser süßen Tees mit frischem Ingwer drin. Und dabei wurde viel geredet, viel gelacht, die Beduinen erzählten aus ihrem Leben und wir von uns. So erfuhren wir, dass Ali Wahibi  15 Rennkamele besitzt, Ali Salalah (der Ältere) aus dem Dhofargebirge kommt und dort einen Dialekt spricht, den nicht einmal Amur versteht.

sandsturm-rubalkhali-omanNur am siebten Abend war die Unterhaltung etwas reduzierter, da uns passend zum Abendessen ein kleiner Sandsturm heimsuchte. Der blieb pünktlich bis 22 Uhr und das Essen war diesmal auch lecker aber etwas sandiger als sonst. So hatten alle zumindest einen kleinen Eindruck, wie sich ein echter Sandsturm in der Wüste anfühlt.

Am letzten Abend in der Wüste dann wieder Traumwetter. Ein tolles Abendlicht treibt fast alle nochmal auf die hohe Düne am Lager und so ist dieser Moment ein passender Abschluss für eine wunderbare Wüstenreise mit einer sehr lustigen und netten Gruppe.

Nur eine Sache hätte ich uns gern erspart: Ich gebe allen Teilnehmer vor dem Wüstenwandern immer ein Briefing, was es zu beachten gibt in der Wüste und die Verhaltensregeln. So sage ich auch: Im Dunkeln NIE ohne Sandalen und Lampe unterwegs sein… und was passiert? Nach zehn Jahren Wüstenreisen und ca. 1500 Teilnehmern tritt heute das erste Mal eine Teilnehmerin auf einen Skorpion. Sie war Barfuss und ohne Lampe unterwegs! Hatten wir sonst durch die kühlen Temperaturen nie irgendwelche Tiere gesehen, ist diesmal durch die ungewöhnliche Wärme auch in der Nacht wohl mehr los… Die meisten Skorpionstiche sind zum Glück nicht tödlich, sondern nur wie en starker Wespenstich – aber auch diese Schmerzen hätte man sich sparen können! Zum Glück passiert es am Abend der letzten Etappe vom Trekking ins Leere Viertel und schon 24h später kann unsere Teilnehmerin schon wieder ganz normal und schmerzfrei gehen.

Bie beschriebene Wanderreise Trekking ins Leere Viertel finden Sie unter dem folgenden Link: http://puretreks.de/reise/?trekking=2

Zur Inspiration finden Sie hier weitere Reiseblogs über den Oman:
2-wöchige Rundreise: https://viel-unterwegs.de/oman-rundreise-mietwagen/
48 Stunden in Muscat: https://www.travelita.ch/top-tipps-48-stunden-in-muscat/
1001 Nacht in der Altstadt von Maskat: http://www.woanderssein.com/2014/05/03/oman/6063/1001nacht-altstadt-maskat/
Warum diese Welt doch offen und tolerant ist: http://antonsganzewelt.de/oman-statement-warum-diese-welt-doch-offen-und-tolerant-ist/
Backpacking im Oman: http://www.happybackpacker.de/reiseberichte/backpacking-oman/
Noch ein Hauch von 1001 Nacht: http://alwaysonthemove.de/oman-ein-hauch-von-1001-nacht/
Wüstenfahrt durch den Oman: https://www.nunu-reist.at/2017/01/09/wilde-w%C3%BCstenfahrt-durch-den-oman/
Fähre von Khasab nach Maskat: http://www.weltenstreuner.de/2013/11/faehre-von-khasab-nach-maskat/
Busfahren im Oman: http://the-worldtraveler.com/eine-busfahrt-die-ist-lustig-besonders-nachts.html
7 Kuriositäten, die nicht im Reiseführer stehen: http://www.hiddengem.de/oman-7-kuriositaeten-die-nicht-im-reisefuehrer-stehen/
Das freundlichste Land Arabiens: http://www.kleinerelefant.com/das-freundlichste-land-arabiens-ein-20-stunden-stopover-im-oman/
Sindbad is calling: https://picturetravelling.com/2016/05/30/sultanat-oman-29-04-2016-12-05-2016/