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Welche Kleidung sollte man bei einer Wüstenwanderung anziehen?

Welche Kleidung für eine Wüstenreise?

Was man in einen normalen Urlaub so mitnimmt, wissen die meisten. Aber eine Wüstenwanderung ist etwas Besonderes. Jerome Blösser schreibt über die richtige Kleidung für das Wüstenwandern.

Die Wüstenwanderung ist ein Abenteuer, das eine besondere Vorbereitung und optimale Ausstattung braucht. Bei unseren Wüstenreisen handelt es sich um mehrtägige oder sogar mehrwöchige Wüstenausflüge, bei denen unter freiem Himmel oder im Zelt übernachtet wird. Wüstenwanderungen mit Puretreks sind ein Abenteuer fernab der Zivilisation und Hotels. Bei diesen Reisen verzichten Teilnehmer auf fließendes Wasser, auf Elektrizität und Handyempfang. Es gibt nur die Natur und ihre Besonderheiten, die eine Wüstenwanderung zu einem unvergesslichen Erlebnis macht und einen Urlaub fernab aller bekannten Komfortzonen genießen lässt. Für einen derartigen Ausflug ist die richtige Kleidung existenziell und das Equipment von maximaler Bedeutung.

Was anziehen? Die richtige Kleidung für Wüstenwanderungen

Wer zu Fuß in der Wüste unterwegs ist, sollte die passende Kleidung für heiße sonnenverwöhnte Tage und die kalten Nächte im Gepäck haben. Es gibt keine Shopping-Tempel am Wegesrand und keine Hotels, in denen man sich neu ausstatten oder vergessene Teile der Ausrüstung zukaufen kann. Ein Koffer ist für eine Wüstenwanderung sichtlich ungeeignet und sollte gegen einen praktischen Trekkingrucksack sowie eine Reisetasche getauscht werden. Bei der Kleidung spielen Naturfasern oder Mikrofasern eine wichtige Rolle. Zudem soll die Kleidung bequem, locker im Sitz sowie praktisch sein. Während die Tage unter der Wüstensonne sehr heiß werden, gehen die Temperaturen in der Nacht im Mittel auf bis zu 5°C zurück. es kann aber auch einmal in die Minusgrade gehen, je nach dem, wo man die Wüstenreise hin macht. In der Wüste ist daher auch warme Kleidung nötig. Sie sorgt für Schutz vor der Kälte und einen angenehmen Schlaf. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht betragen in der Wüste nicht selten 30-40°C Differenz. Tagsüber tragen Wüstenwanderer langärmelige Kleidung zum Schutz vor der Sonne, während genau diese Kleidung in der Nacht vor der Auskühlung des Körpers schützt. Auch ein Sonnenhut oder der traditionelle Schsch bei Tuareg und Berbern bzw. Massar im Oman, gehört zur wichtigen Ausrüstung für eine Wüstenwanderung dazu. Für die empfindliche und nicht durch Kleidung geschützte Haut ist ein Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor notwendig.

Bequemes und für den Sand geeignetes Schuhwerk

Ohne geeignetes Schuhwerk kann eine Wüstenwanderung schnell mit schmerzenden und mit Blasen übersäten und geschwollenen Füßen enden. Doch welche Schuhe sind für den weichen Sandboden geeignet? Und welche Schuhe bieten beim Wandern sicheren Schutz vor den brennenden Temperaturen, die der Sand durch die glühende Sonne aufweist? Bequem und solide sind die Stichworte bei der Auswahl der geeigneten Schuhe. Trekking-Sandalen und geschlossene Trekking-Schuhe sollten im Reisegepäck mitkommen. Trekking-Sandalen sind vorteilhaft, da die spezielle Sohle den Fuß vor heißem Sand und Steinen schützt. Ein weiterer Vorteil dieser offenen Schuhe ist die Tatsache, dass der Sand nicht im Schuh verbleibt und so weder Druckstellen noch Entzündungen durch Reibung entstehen können. Bei geschlossenen Trekking-Schuhen ist der Schutzaspekt noch größer. Diese Schuhe schützen nicht nur vor Hitze, sondern geben dem Fuß stabilen Halt und verhindern das Umknicken auf dem weichen Boden. Die Nachteile bei geschlossenem Schuhwerk sind darin verbleibender Sand und die fehlende Luftzirkulation an den Füßen.

Bitte beachten Sie: Auf einer Wüstenwanderung kommt es nicht auf modische Details, sondern den praktischen Nutzen der Ausrüstung an. Wechselschuhe und Kleidung für den heißen Tag und die kalte Nacht bilden die Basis für einen sicheren erlebnisreichen Wüstenausflug.

Singende Dünen im Oman – Das Geheimnis der Wüste

Singende Dünen im Oman

Singende Dünen gibt es in fast allen Wüsten der Erde. Über das Geheimnis der singenden Dünen im Oman schreibt Jerome Blösser in diesem Blogbeitrag.

Jetzt, wenn die Sonne gut eine Handbreit über dem Horizont steht, belohnt einen die Wüste für die Tagesmühen. Es ist bestes Licht, welches die Landschaft in warme Farben tunkt und der Schattenwurf weiche, fast erotische, Formen in den Sand zaubert… Ich habe schon tausende Fotos in der Wüste geschossen und bin auch auf dieser Wüstenreise wieder mit der Kamera unterwegs, denn es finden sich immer neue Motive. Die Farben und Formen der Dünen sind nie gleich. So fülle ich die Speicherkarte mit Sandstrukturen, Makroaufnahmen und Panoramabildern vom weiten Horizont.

Obwohl es hier nur Sand gibt, entdecke ich darin Schritt für Schritt eine große Vielfalt. Und hin und wieder überrascht einen die Wüste dann mit etwas ganz Besonderem. Singende Dünen zum Beispiel. Es gibt sie in fast allen Wüsten der Erde, so auch in der Rub al-Khali. Die Entdeckung einer singenden Düne ist aber wie ein kleiner Lottogewinn, da ja nicht alle von den hunderttausenden Dünen Töne von sich geben. Es gibt zwei verschiedene Arten von singenden Dünen: Die einen singen wie von Geisterhand. Man muss nicht einmal auf die Düne hinaufsteigen, das „Konzert“ erledigt der Wind für einen. Diese Dünengesänge klingen oft gespenstisch und wenn man in der Nähe campiert, können viele nicht schlafen weil die ganze Nacht Geisterstundenstimmung ist. Die meisten singenden Dünen fangen aber erst an zu tönen, wenn man an ihrer weichen, windabgewandten Leeseite hinunterstapft. In beiden Fällen wird das Phänomen durch herabfließende Sandmassen ausgelöst. Französische Wissenschaftler haben das Phänomen untersucht und erklären es so, dass Sanddünen aus vielen hundert Schichten bestehen, und wenn diese nach und nach abgleiten, bauen sich zwischen den Schichten Luftpolster auf. Durch die gestaute Luft entstehen Schwingungen und dadurch ein hörbarer Ton. Die Frequenz ist dabei von der Korngröße abhängig. Soweit die Theorie.

Vor mir liegt eine massive Sandwand. Dort direkt hochzuklettern wäre verrückt. Also gehe ich lieber den kleinen Umweg kräftesparend über den Grat hinauf zum Dünengipfel. Auf der Rückseite findet sich dann ebenso eine steile Sandwand, nur mit dem Vorteil, dass ich da hinunter darf. Also will ich einmal das Kind im Manne herauslassen: Talwärts kann der Sand ja nicht weich genug sein und ich springe wie ein Verrückter in kürzester Zeit in großen Sätzen von ganz oben hinab. Unten angekommen eine kurze Verschnaufpause. Stille. Dann höre ich ein Geräusch. Was ist das? Es ist ein Dröhnen, wie von einem alten schweren Propellerflugzeug oder erinnert vielleicht ein wenig an ein Didgeridoo. Ich schaue zum Himmel. Kein Flugzeug ist zu sehen. Das Brummen wird lauter, es baut sich regelrecht auf. So etwas habe ich noch nie erlebt. Es muss die Düne sein! Alle anderen singenden Dünen, die ich bislang kannte, brummten nur wenn ich hinunterstieg aber verstummten unmittelbar danach. Diese hier singt und singt… Dann allmählich erst wird es leiser. Wow! Das muss ich genauer untersuchen. Also nochmal über den seitlichen Grat auf die Düne hoch. Dem neugierigen Menschen ist halt kein Weg zu schwer… Jetzt springe ich die Dünenflanke aber nicht hinab, sondern versuche, soviel Sandmasse wie möglich loszutreten. Und es lohnt sich! Kaum bin ich unten angekommen, nimmt das Brummen enorme Ausmaße an. Ich stoppe die Uhr, mal schauen, wie lange es diesmal geht. Nach mehr als zwei Minuten lässt das Geräusch erst nach.

Die Sonnenscheibe berührt gerade den Horizont und ich sollte langsam den Rückweg antreten, um mit dem letzten Tageslicht zurück zum Camp zu finden. An manchen Tagen ist genau in diesem Moment, um den Sonnenuntergang herum, plötzlich die sogenannte blaue Stunde da. Dann ist die Wüste in ein magisches, blau-violettes Licht gefärbt, was sie noch surrealer erscheinen lässt. Solch einen besonderen Moment darf ich jetzt auch noch erleben. Wie soll man bloß so viel Schönheit verarbeiten?!