puretreks

Ein Abend mit Nomaden der Sahara

nomaden-der-wuesteBald ist es Nacht geworden, das Feuer erhellt unseren Lagerplatz und gleicht einem Leuchtturm im endlosen dunklen Ozean aus Sand. Da dauert es nicht lange, bis wir wieder Besuch bekommen. Fast zeitgleich kommen zwei Männer an unserem Camp an: Ein älterer, zahnloser und ein jüngerer mit heiserer Fistelstimme. Beide sind nicht aus dieser Region, kommen von weit her. Lustige Gesellen. Das wird wieder ein interessanter Abend mit Nomaden der Sahara denke ich mir und atürlich gibt es auch jetzt die obligatorische Teezeremonie, Gastfreundschaft muss sein! Kekse und Nüsse werden gereicht, erst höflich abgelehnt und dann doch in Unmengen verputzt. Dabei spricht man über das woher und wohin, über Regenfälle, Brunnen und andere Nomaden. Beduinenlatein eben. Es wird geprahlt, ausgeschmückt, zwischendurch die Ziegen nachtsicher vor den Schakalen angepflockt, gelacht, gelacht, gelacht…Und wenn die drei Tee herum sind, gibt es halt drei neue Runden.

Die Sterne funkeln über uns am mondlosen Himmel und die Temperaturen fallen schnell. Noch näher rückt man ans Feuer, reicht Teeglas um Teeglas, klopft sich gegenseitig beim Erzählen auf die Schenkel…

Dann Abendessen. Alle aus einem Topf. Mit der rechten Hand. „Bismillah“ wird sich zugerufen, Gott vergelt´s und los geht´s unter lautem Schmatzen und Schlürfen bis der große Pott leer ist und als Zeugnis des wahrhaft guten Mahls wird hernach üppig aufgestoßen und lustvoll die Finger – einer nach dem anderen – abgeschleckt. Noch einen Tee oder zwei und dann geht es ins Bett, was hier aber nur aus einer Decke auf dem harten Sand besteht – und reichen muss.

So karg gebettet, können zwei Grad am Morgen ziemlich ungemütlich sein! Deshalb trifft man sich schon vor Sonnenaufgang wieder am wärmenden Feuer, trinkt (natürlich) Tee bevor sich die illustre Runde in alle Himmelsrichtungen zerstreut. Ma´assalama! Vielleicht bis Bald, in einem Jahr oder zweien? Sicher ganz woanders in dieser unendlich großen Wüste – oder vielleicht auch nie wieder. Nomadenschicksal eben.